3. Licht: Frieden

Die Facetten des Friedens.

Am Ende einer Yogastunde singt man oft dreimal „Shanti“. Nach einem Gottesdienst wird man mit den Worten „Friede sei mit Dir“ verabschiedet. Und auch in anderen Kulturen spielt das Wort Frieden eine zentrale Rolle. Wie das Wort „Liebe“, klingt auch das Wort „Frieden“ beinahe banal und erklärt sich oft über sein Gegenteil, den Krieg. Aber was ist mit dem Nicht-Krieg, dem Frieden gemeint? Und vor allem, was verstehen wir ganz persönlich darunter? Ein tiefergehendes, eigenes Verständnis des Begriffs kann dazu führen, dass wir das Wort viel öfter gebrauchen, ohne uns dafür zu schämen. In der Sprache des Sanskrit finden wir viele Bedeutungen für „Shanti“: Ruhe, Wohlergehen, Gelassenheit, uvm. Ganz besonders findet man die Bedeutung: innerer Frieden. Und in der Unterscheidung von innerem und äußerem Frieden steckt ein großes Geschenk. Es kann helfen zu verstehen, warum der Frieden im Außen oft so schwer fällt, und wir doch wider besseren Wissens einen Streit anzetteln. Weil der Frieden nicht im Inneren den Anfang genommen hat. Befinden wir uns also in der Situation, dass wir im Frieden mit z.B. der Familie zu Weihnachten sein möchten, dann ist das ein ehernwerter Anspruch, der uns aber ganz leicht vor die Füße fallen kann, wenn wir vorher nicht den direkten Weg über uns selbst gegangen sind. Sind wir im Frieden mit dem was war? Haben wir wirklich verziehen? Oder rumoren noch kleine Streitsoldaten unter dem Herzen, die nur darauf warten die richtige Arena zu finden? Es sind noch ein paar Tage bis Weihnachten, um in uns hinein zu horchen wo Frieden ist und wo nicht. So dass wir gut überlegen können, ob wir unter dem Weihnachtsbaum eine authentische weiße Flagge hissen können, oder besser erstmal in unseren Herzen für Frieden sorgen.

Ein Licht des Friedens entzünden:
Dies ist keine leichte Übung, denn hier geht es um Selbstmitgefühl und damit um inneren Frieden. Finde dazu eine angenehme Sitzposition, in der du mindestens 5 Minuten bequem sitzen kannst. Schließe die Augen und beginne deinen Atem wahrzunehmen und zu beobachten. Sobald du gut im Einklang bist mit dem Atem beginne den Körper nach Gefühlen zu durchsuchen. Es ist so, dass sich in den unterschiedlichen Körperteilen unterschiedliche Gefühle finden. Nimm das prägnanteste heraus. Und egal wie dieses Gefühl heißt: Beklemmung, Angst, Abwertung, etc. sitze mit diesem Gefühl ohne es wegzudrücken. Schicke die zwei Lichter der letzten Sonntage an die Stellen: Stille und Liebe. Und dann beobachte wie sich in dem Gefühl langsam Frieden einstellt.

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