"Lebenselixier", von Katharina Middendorf

Gestern in der Fortbildung „Prana & Pranayama“ sprachen wir darüber, wo wir uns mit Prana (Lebenskraft) ganz natürlich aufladen können und wo wir Prana, wie nebenbei einfach so verlieren. Natur, Sonne, Essen, Musik – das war uns allen recht schnell klar, sind spendende Quellen, die uns aufladen. Stress, Arbeit, Konsum – auch das war uns klar, sind zehrende Quellen, die uns auslaugen. Spannend war dann das Thema: andere Menschen. Denn die Gegenwart anderen Menschen, die über viel Lebenskraft verfügen kann uns aufladen, genauso wie uns die Gegenwart von Menschen, die Prana brauchen, auslaugen. Was ist in diesem Fall unsere Aufgabe: Schützen wir uns vor Prana-Vampiren oder geben wir unser Prana ab? Die Antwort ist bestechend einfach: wir geben Prana ab, denn Prana gehört uns gar nicht. Und wir haben als Menschen, die um die Kraft des Prana wissen, die Aufgabe andere zu unterstützen. Und drittens ist Prana eine Energie. Und Energie gleicht sich immer aus. Heißt das, dass wir grenzenlos zur Verfügung stehen müssen? Nein. Heißt das, dass wir einen Schutzschild um uns aufbauen sollen? Nein. Die Antwort liegt wie sooft dazwischen und in unserer Haltung verborgen. Wir haben die Aufgabe dafür zu sorgen, dass wir kraftvoll sind, indem wir unser Prana durch die oben genannten Dingen und für alle, die Yoga treiben, durch eine spirituelle Praxis zu nähren. Und dazu gehört auch, dass wenn wir leer sind, erkennen dass wir leer sind und wieder dafür sorgen, dass wir uns füllen. Das bedeutet aber nicht, dass wir Prana bunkern oder besitzen. Sind wir also im Kontakt mit einer Person, die an uns saugt, dann lassen wir Prana fließen, auch wenn unser Kopf vielleicht sagt, dass es doch sinnlos ist und vergeudete Kraft. Und gleichzeitig sorgen wir für uns, indem wir an einem bestimmten Punkt spüren, dass wir nicht mehr geben können. Dann begeben wir uns in Pranaspendende-Umgebungen. Und das ist der Lauf des Lebens und der Austausch von Energie. Der Baum hört auch nicht einfach auf uns Sauerstoff zu spenden, nur weil wir das gerade nicht zu schätzen wissen…

Also lasst uns tanzen auf dem schmalen Seil des Geben und Nehmens und hier immer liebender Lösungen finden, die uns selbst, andere und unseren Lebensraum miteinschließen.

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