"Stern des Yoga", von Katharina Middendorf

Für einige unserer Veranstaltungen haben wir einen Fragebogen, der unter anderem auch aktuelle Beschwerden abfragt. Bei fast jedem dieser Fragebögen wird das Kreuz bei depressiven Verstimmungen gesetzt. Und einige von denen, die das Kreuz dort gesetzt haben, haben uns verraten, dass sie es erst nicht setzen wollten, weil es Ihnen unangenehm war. Das deutet darauf hin, dass man hier vermutlich von noch mehr Kreuzen ausgehen darf. Was hat das zu bedeuten?

Zunächst ersteinmal, dass viele Menschen möchten, dass sich an ihrem Zustand etwas verändert und sie noch über die Kraft verfügen das anzugehen. Es bedeutet, dass Vertrauen besteht, dass Yoga helfen kann. Aber ist das so?

Wir denken ja – doch es ist ein schmaler Grat: Zum Einen fördert Yoga die Introvertiertheit, was zunächst zu noch mehr Grübeln führen kann. Zum anderen fördert Yoga die Aktivität, was zunächst die Panik nicht mithalten zu können erhöhen kann.

Und auf diesem Grat tanzt man mit Yoga. Behutsam die oft wertende Introvertiertheit in eine sanfte Selbstbeobachtung wandelnd. Achtsam den körperlichen Leistungsanspruch in eine Freude an der Bewegung wandelnd. Und das alles mit dem großen, tiefen Wissen des Yoga und unseren eigenen Erfahrungen mit Höhen und Tiefen. Auf diese Weise kann man eine realistische Möglichkeit erleben, die eigene Stimmungswelt selbst in die Hand zu nehmen und sie anzuerkennen wo sie anzuerkennen ist und zu verändern wo sie zu verändern ist. Und dazwischen zu unterscheiden.

Das zu erleben ist der Weg zu einer Stille, die Lebendigkeit in unser Leben bringt. Und ein Weg kann es sein, dem Stern des Yoga zu folgen. 

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